Anglerverein Karlsruhe e.V.

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KormoDat-App - Mobile Meldung von Kormoranen

Kormoranpopulation hat drastisch zugenommen

Bis Mitte der 1980er Jahre war der Kormoran in Baden-Württemberg nur ganz selten als Wintergast anzutreffen. Seit 1994, als er erstmals hier brütete, steigt der Brutbestand. So wurden 2016 in Baden-Württemberg 1.126 Brutpaare gezählt, während es 2015 noch knapp unter 1.000 waren (1). Der Sommerbestand liegt bei rund 5.600 Kormoranen, im Winter werden Zahlen von 5.000-10.000 Vögel genannt (2).

AVK-Vereinsgewässer stark betroffen

Auch die Vereinsgewässer des AVK werden stark von den Kormoranen heimgesucht. Auf dem Foto rechts sind mehr als 50 Kormorane auf dem Knielinger See zu sehen. (Aufnahmedatum: 26.08.2017).

Kormorandatenbank der FFS

Im Jahr 2011 hat die Fischereiforschungsstelle (FFS) in Langenargen (Bodensee) eine Kormorandatenbank für Baden-Württemberg angelegt. Sie hat das Ziel, den Einfluss der Kormorane auf den Fischbestand abzuschätzen und zu bewerten. Dabei ist es sehr wichtig, die Kenntnisse des Kormoranbestandes kontinuierlich zu vervollständigen. Sie sind die Basis für Maßnahmen gegen den Kormoran, wie z.B. Vergrämung. Sichtungen von Kormoranen konnten bis 2016 nur über eine online-Eingabemaske (hier) oder über Meldeblätter weitergegeben werden (hier).

Kostenlose KormoDat-App für Smartphones und Tablets

Seit einiger Zeit bietet die FFS nun zusätzlich eine App für Smartphones un Tablets an, die KormoDat-App, mit der Meldungen zu Kormoransichtungen direkt vor Ort eingegeben werden können (3). Dazu gehören die Standortfestlegung über GPS, die Eingabe von Datum, Uhrzeit, Anzahl, Verhalten und Gewässer. Zusätzlich können noch Fotos hochgeladen werden. Es gibt auch die Möglichkeit, bisherige Kormoransichtungen abzurufen (s. nebenstehende Abbildung).

Die App ist kostenlos im entsprechenden Store (iOS, Android, Windows Phone) verfügbar.

App hilft bei der Aufklärung der aktuellen Situation an den Gewässern

Die FFS weist in ihrem Flyer  unter anderem darauf hin, dass die lokalen Beobachtungen zur Aufklärung der aktuellen Situation an den Gewässern beitragen und dadurch gezielte Maßnahmen angeregt werden können.

Quellen:

(1) Der Kormoran (Phalacrocorax carbo) in Baden Württemberg, Landesweite Bestandsaufnahme 2015 und 2016. Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden Württemberg (Dez. 2016) (hier).

(2) Flyer KormoDat-App der Fischereiforschungsstelle FFS in Langenargen (hier)

(3) App KormoDat-Meldung von Kormoransichtungen mit dem Smartphone und Tablet; J. Gaye-Siessegger, S. Blank, Aktuelles aus Fluss- und Seenfischerei, AUF AUF 3/2016, S. 14 (hier)

  kg, 18.04.2018

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Info zur Grundelproblematik


Schwarzmaulgrundel 
Foto: © Andreas Hartl

Schwarzmeergrundeln gefährden unsere Fische!

Massenhaftes Auftreten

Fast jeder Angler bei uns hat schon mit Grundeln zu tun gehabt und sich über die aggressiv beißenden, in großen Mengen vorkommenden Kleinfische geärgert. Aber nicht nur, weil die Grundeln manchmal das Angeln auf andere Fischarten fast unmöglich machen, stellen sie ein Problem dar. Viel gravierender ist, dass sie durch ihr massenhaftes Auftreten, ihre räuberische Lebensweise und dem daraus resultierenden hohen Fraßdruck unsere heimischen Fischarten gefährden.

Grundeln ursprünglich nicht im Rhein

Grundeln (lat. Gobiidae) sind am Gewässergrund lebende Kleinfische. Ursprünglich kamen sie im Rhein nicht vor. Sie sind sogenannte Neozoen, also Tiere, die sich ohne oder mit menschlicher Einflussnahme in einem Gebiet etabliert haben, in dem sie zuvor nicht heimisch waren. Sie stammen aus den Küstenregionen und Flussmündungen des Kaspischen Meeres und des Schwarzen Meeres (Deshalb auch oft Schwarzmeergrundel genannt). Man geht davon aus, dass sie von dort aus die Donau aufwärts besiedelten und mit dem Ballastwasser von Frachtschiffen über den Main-Donau-Kanal und den Main schließlich bis in den Rhein gelangten. Die ersten Grundeln wurden im Rhein im letzten Jahrzehnt beobachtet. Mittlerweile haben sie sich in die großen Nebenflüsse ausgebreitet und sind seit etwa 2011 im Schweizer Rhein zu finden.

Mehrere Arten

Die im Rhein und seinen Nebenflüssen beobachteten Grundeln gliedern sich in mehrere Arten. Wegen ihres massenhaften Auftretens sind besonders die Kesslergrundel (Ponticola kessler) und die Schwarzmaulgrundel (Neogobius melanostomus) zu nennen, Weitere Arten, die aber aus fischereilicher Sicht keine so große Rolle spielen, sind die Marmor- oder Nasengrundel (Proterorhinus semilunaris), die Flussgrundel (Neogobius fluviatilis) und die Nackthalsgrundel (Babka gymnotrachelus).

Grundeln erkennt man an zu einer rundlichen Saugscheibe verwachsenen Bauchflossen (s. Abbildung). So sind sie sehr leicht von der ähnlich aussehenden Koppe zu unterscheiden.

Grundeln haben keine Schonzeit

Grundeln haben bei uns weder Schonzeit noch Schonmaß. Sie dürfen nach dem Fang nicht zurückgesetzt werden. So schreibt § 2 der baden-württembergischen Landesfischereiverornung vor:

§ 2 (LFischVO ) Anlandepflicht
Gefangene Fische nicht einheimischer Arten, für die weder ein Schonmaß noch eine Schonzeit festgesetzt sind, müssen angelandet und dürfen nicht in das Gewässer zurückversetzt werden.

 

Übrigens: Die Grundeln sind essbar und durchaus wohlschmeckend!
(siehe Video unten).

 

Im Folgenden sind einige weiterführende Links aufgelistet:


Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) und andere:
STOP! Schwarzmeergrundeln gefährden die heimische Fischwelt (hier)


WIKIPEDIA:
Schwarzmundgrundel (hier)


Fisch und Fang:
Schwarzmeergrundel im Niederrhein offenbar rückläufig (hier)


WELT:
Grundel-Invasion im Rhein ist außer Kontrolle (hier)

Video


Bayerischer Rundfunk:
Schwarzmeergrundeln - eine neue Delikatesse aus der Donau? (hier)

kg, 09.07.2018

 

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