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Infos zur Grundelproblematik

Fast jeder Angler bei uns hat schon mit Grundeln zu tun gehabt und sich über die aggressiv beißenden, in großen Mengen vorkommenden Kleinfische geärgert. Aber nicht nur, weil die Grundeln manchmal das Angeln auf andere Fischarten fast unmöglich machen, stellen sie ein Problem dar. Viel gravierender ist, dass sie durch ihr massenhaftes Auftreten, ihre räuberische Lebensweise und dem daraus resultierenden hohen Fraßdruck unsere heimischen Fischarten gefährden.

 

Grundeln ursprünglich nicht im Rhein

Grundeln (lat. Gobiidae) sind am Gewässergrund lebende Kleinfische. Ursprünglich kamen sie im Rhein nicht vor. Sie sind sogenannte Neozoen, also Tiere, die sich ohne oder mit menschlicher Einflussnahme in einem Gebiet etabliert haben, in dem sie zuvor nicht heimisch waren. Sie stammen aus den Küstenregionen und Flussmündungen des Kaspischen Meeres und des Schwarzen Meeres (Deshalb auch oft Schwarzmeergrundel genannt). Man geht davon aus, dass sie von dort aus die Donau aufwärts besiedelten und mit dem Ballastwasser von Frachtschiffen über den Main-Donau-Kanal und den Main schließlich bis in den Rhein gelangten. Die ersten Grundeln wurden im Rhein im letzten Jahrzehnt beobachtet. Mittlerweile haben sie sich in die großen Nebenflüsse ausgebreitet und sind seit etwa 2011 im Schweizer Rhein zu finden.

Mehrere Arten

Die im Rhein und seinen Nebenflüssen beobachteten Grundeln gliedern sich in mehrere Arten. Wegen ihres massenhaften Auftretens sind besonders die Kesslergrundel (Ponticola kessler) und die Schwarzmaulgrundel (Neogobius melanostomus) zu nennen, Weitere Arten, die aber aus fischereilicher Sicht keine so große Rolle spielen, sind die Marmor- oder Nasengrundel (Proterorhinus semilunaris), die Flussgrundel (Neogobius fluviatilis) und die Nackthalsgrundel (Babka gymnotrachelus).

Grundeln erkennt man an zu einer rundlichen Saugscheibe verwachsenen Bauchflossen (s. Abbildung). So sind sie sehr leicht von der ähnlich aussehenden Koppe zu unterscheiden.

Grundeln haben keine Schonzeit

Grundeln haben bei uns weder Schonzeit noch Schonmaß. Sie dürfen nach dem Fang nicht zurückgesetzt werden. So schreibt § 2 der baden-württembergischen Landesfischereiverornung vor:

§ 2 (LFischVO ) Anlandepflicht

Gefangene Fische nicht einheimischer Arten, für die weder ein Schonmaß noch eine Schonzeit festgesetzt sind, müssen angelandet und dürfen nicht in das Gewässer zurückversetzt werden.

 

Übrigens: Die Grundeln sind essbar und durchaus wohlschmeckend!
(siehe die beiden Videos unten).

 

Im Folgenden sind einige weiterführende Links aufgelistet:

 

Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) und andere:
STOP! Schwarzmeergrundeln gefährden die heimische Fischwelt (hier)

 

WIKIPEDIA:
Schwarzmundgrundel (hier)

 

Fisch und Fang:
Schwarzmeergrundel im Niederrhein offenbar rückläufig (hier)

 

WELT:
Grundel-Invasion im Rhein ist außer Kontrolle (hier)

 

Videos

 

ZDF:
Grundel-Invasion in der Mosel (hier)

 

Bayerischer Rundfunk:
Schwarzmeergrundeln - eine neue Delikatesse aus der Donau? (hier)

 

kg, 09.07.2018


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