
Der künstlich angelegte Karlsruher Rheinhafen ging nach einer Bauzeit von nur drei Jahren 1901 in Betrieb. Mit diesem Tag verlor der „Alte Hafen Leopoldshafen“ als bisheriger Umschlagsort für die Region Karlsruhe völlig an Bedeutung.
Der Karlsruher Hafen wurde schnell zu einem der umschlagsstärksten Binnenhäfen Deutschlands. Er besteht aus sechs Hafenbecken, wovon fünf wie die Finger einer Hand angelegt sind. Becken VI, das früher ein schmaler Kanal war, stellt die Verbindung zum Rhein dar. Einzigartig ist das Sperrtor an der Hafeneinfahrt, das bei einem Hochwasserstand ab 7,50 Metern bei gleichzeitiger Einstellung der Schifffahrt auf dem Rhein geschlossen wird. Hierdurch wird die Lücke zwischen den Dämmen beiderseits des Hafens geschlossen und die Anlagen im Hafen vor Überflutung und die Umwelt vor Gefährdungen geschützt.

Der ausschließlich vom Rhein gespeiste Hafen ist ein bedeutendes Pachtgewässer des AVK, das allerdings noch viele Mitglieder nicht kennen. Nachdem es den Anrainern gelungen ist, den Rhein von seinen früheren Vergiftungen zu befreien, hat sich diese nur schwer zugängliche Wasserlandschaft zu einem guten Fanggebiet für Angler entwickelt. Dies gilt sowohl für Weißfische als auch für Raubfische. Zander werden allerdings nur im Mündungsbereich mit dem Rhein gefangen. Wer beim Angeln auch die Schönheit der Natur genießen will ist hier an der falschen Adresse.
Die Hafenbecken sind voller Leben, wo sich die Fische aus vielen Lebensbereichen des Rheins treffen. Unter den Raubfischen dominiert eindeutig der Wels, der am Tag auf Tauchstation geht und erst bei einsetzender Dunkelheit seine Beutezüge startet. Berufsfischer im Rhein berichten darüber, dass heute auf einen Aal 10 Welse kommen. Der Aal im Rhein und in den Rheinanschlussgewässern unterliegt bekanntlich bis zum 31.12.2012 einem Fangverbot.
Der Schlüssel für einen erfolgreichen Fang ist die genaue Kenntnis dieses Rheinanschlussgewässers, die man sich selbst aneignen kann. Insider, die hier vorwiegend auf Raubfische aus sind, möchten dieses Eldorado von kapitalen Fischen nicht mehr missen. Fast alle schwören auf Kunstköder, die hier besonders fängig sind.
Der Wasserstand ist durch den Rhein oft starken Schwankungen unterworfen. Bei Niedrigwasser im Rhein kann der Wasserspiegel oft sehr stark sinken. In diesen Zeiten sollte man an andere AVK-Gewässer ausweichen. Ansonsten ist die Wasseroberfläche fast immer unruhig, wobei die Schiffe auf der „Wasserautobahn Rhein“ die jeweilige Fließrichtung bestimmen. Der optimale Wasserstand für einen erfolgreichen Fang liegt bei einem Rheinpegel von 5-6 Metern. Auch wenn das Sperrtor wegen Hochwassers geschlossen ist, kann man in den vom Rhein abgehängten Becken schöne Fangerfolge erzielen. Wegen eines Umbaus am E-Werk ist der Vorhafen zumindest derzeit nicht mehr erreichbar und befischbar.
Der von Insidern beliebte Hafen hat aber auch Schattenseiten für Angler. Von den Kaimauern darf man (beachte Verbotszeichen) nur dort angeln, wo eine Treppe zur Wasseroberfläche führt. Das Hochziehen der Fische am Maul bis zum eigenen Standort stellt nach dem Tierschutzgesetz eine unnötige Tierquälerei dar und ist verboten. Bei starkem Ruderbetrieb der am Ende des Nordbeckens angesiedelten Ruderclubs und bei starkem Schiffs- und Rangierbetrieb sollte man sich ruhigere Standorte auswählen oder das Gewässer wechseln.
Im Becken V (Ölbecken) darf man nur mit einer Sondererlaubnis des AVK dem Fischfang nachgehen, da hier strenge feuerpolizeiliche Auflagen bestehen. Näheres hierzu erfahren Sie auf der Geschäftsstelle.
Der Karlsruher Rheinhafen ist für Angler ein gutes bis sehr gutes Fischgewässer, was vor allem für Insider gilt. Allerdings ist auch hier –wie in allen anderen Gewässern- nicht jeder Fangtag erfolgreich.