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Aalbesatz 2021 in AVK-Gewässern

Fotos: Eric Lutz und Marc Trommler

Am Mittwoch, 22.09.2021, trafen sich Eric Lutz, Bereichsleiter für Gewässerpflege, und die Hegewarte Bernhard Liebold (Bereich Süd), Robert Trutter (Bereich Mitte) und Marc Trommler (Bereich Nord) bereits um 7:30 Uhr morgens beim Bruthaus des AVK am Knielinger See. Der Transport-LKW mit den lebenden Aalen für den diesjährigen Aalbesatz in den AVK-Gewässern war angekündigt.

Aale wurden vom Land Baden-Württemberg bereitgestellt

Die Aale wurden vom Land Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt. Das Regierungspräsidium Karlsruhe (RPK) organisierte die Verteilung der Fische an die verschiedenen Anglervereine und Gewässereigner. I

Der AVK erhielt dieses Jahr 43 kg Besatzaale

Die kleinen Aale wurden mit einem Kescher aus den Tanks auf dem Transport-LKW in einen auf einer Waage stehenden Behälter überführt und sofort gewogen. Von dort kamen sie in mit Wasser aus dem Transport-LKW gefüllte Wannen. Diese wurden von den Hegewarten übernommen und umgehend zu den verschiedenen Besatzgewässern in den AVK-Bereichen Süd, Mitte und Nord gebracht und dort vorsichtig ausgesetzt. Die Verteilung der Jungaale war auch dieses Jahr problemlos und alle konnten ohne Verluste in ihre Zielgewässer ausgesetzt werden.

Besatzgewässer haben Zugang zum Rhein

Alle Aale verbringen ihr Erwachsenenleben im Süßwasser und kehren zur Fortpflanzung ins Meer zurück. Dabei legen sie tausende von Kilometern zurück. Nach dem Verlassen der Süßgewässer fressen sie nicht mehr und sterben nach der Ei- bzw. Spermienabgabe . Der Europäische und der Amerikanische Aal laichen in der Sargassosee südlich der Bermuda-Inseln zwischen 20° und 30° nördlicher Breite und 80° und 50° westlicher Länge (Wikipedia: Aale (►hier)). Unsere Besatzgewässer müssen deshalb Zugang zum Rhein haben, über den unsere  Aale ins Meer abwandern können.

Ziel des Aalbesatzes

Das Ziel des Aalbesatzes ist es, mit der Zeit wieder einen den Gewässern entsprechenden Bestand zu entwickeln, der sich selbst erhält. Der Besatz erfolgt nicht nur in Form von Farmaalen sondern es wurden vom Regierungspräsidium auch Glasaale im Rhein zwischen Neuburgweier und Detten heim ausgesetzt. In der Pressemitteilung des RPK vom 18.03.2021 ist u. a. zu lesen:

...Dabei hat das Regierungspräsidium in Abstimmung mit der Fischereiforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg die Besatzmodalitäten ständig angepasst. Wurden zu Beginn der Besatzmaßnahmen noch ausschließlich Glasaale besetzt, hat sich dies in den vergangenen Jahren zu einem Besatz mit vorgestreckten Farmaalen hin verschoben. Die Gründe dafür lagen im Wesentlichen in den hohen Preisen für Glasaale wie auch in der verbesserten Überlebensrate der Farmaale. Besetzt werden heute Aale, die als Glasaale an den Atlantikküsten und Flussmündungen Portugals bis Großbritannien gefangen und zur weiteren Aufzucht bis zu einem Gewicht von ca. zehn Gramm in eigens dafür errichteten Anlagen überführt werden. Dies ist aufgrund der kontrollierten Haltungsbedingungen einen ausgezeichneten Gesundheitszustand der Fische, eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Besatzmaßnahme...

Weiter Ursachen für die Gefährdung des Aales müssen minimiert werden

Die Besatzmaßnahmen allein reichen aber nicht aus, um einen sich selbst erhaltenen Bestand zu entwickeln. Es müssen dafür auch die Ursachen für Gefährdung des Aales minimiert werden. Hier ist die immer stärkere Verbauung der Gewässer, die Belastung durch fischfressende Vögel (z.B. Kormorane)  und besondere die ungeschützten Wasserkraftstandorte zu nennen, deren Turbinen für die Richtung Meer abwandernden Tiere zur tödliche Falle werden.

Den bei uns ausgesetzten Aalen steht, wenn sie sich als erwachsene Tiere auf den Weg zum Atlantik machen, flussabwärts im Rhein kein Hindernis mehr entgegen, so dass wir hoffen können, dass viele den beschwerlichen Weg zu den Laichgewässern in der Sargassosee schaffen.

Lesen Sie dazu auch:
  • Mehr zum Aal, seiner Lebensweise und seine Gefährdung in unserem Fischlexikon unter "Aal" (►hier)
  • Regierungspräsidium Karlsruhe fördert aquatische Biodiversität, Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Karlsruhe vom 18.03.2021 (►hier)
  • 110.000 Aale in Rhein und Neckar ausgesetzt, SWR-Aktuell vom 14.10.2020 (►hier)

kg, 23.09.2021

Einige Fotos:
(E. Lutz und M. Trommler)

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