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Kinderferienprogramm mit den Bachpaten Kämpfelbach

Der folgende Bericht von Nico Roller erschien auch in der Pforzheimer Zeitung am 11.08.2021.

Der Bach steckt voller Leben
Kinder machen sich beim Ferienprogramm auf Entdeckungstour durch den Kämpfelbach

Vorsichtig setzen sie einen Fuß vor den anderen, prüfen den Untergrund und tasten sich voran. Das Wetter ist schön, das Wasser kalt. An manchen Stellen fließt es schnell, an anderen so gut wie gar nicht. Zumindest scheint es so. Zusammen mit den Bachpaten des Anglervereins Karlsruhe gehen die Kinder beim Ferienprogramm auf Entdeckungstour. Gut einen Kilometer durchwandern sie am Samstag den Kämpfelbach: nicht am Ufer, sondern im Wasser. Harry Faaß leitet die Bachpaten. Er geht voraus, bahnt sich den Weg und hält die teilweise weit in den Bach ragenden Sträucher zurück, damit die Kinder ohne größere Probleme vorankommen. Alle haben kurze Hosen an, denn das Wasser ist teilweise mehr als einen Meter tief. Faaß kennt sich bestens aus, weiß, dass der Kämpfelbach in Ispringen entspringt und nach rund elf Kilometern in Remchingen in die Pfinz mündet, die wiederum in den Rhein fließt. Stellenweise wirkt er wie ein Korridor für Wildtiere, die nicht gern über das offene Land laufen und deswegen den Ufersaum nutzen. Im Wasser gibt es Elritze, Stichlinge und Forellen, wobei letztere die Leitfische sind. Immer wieder setzen die Bachpaten Forellen aus, weil die Brutbedingungen nicht überall ideal sind.

 

Neben Fischen leben unzählige weitere Tiere im Bach, die meisten dort, wo Wasser und Land aufeinandertreffen. Amphibischer Bereich nennen Faaß und seine Kollegen das. Gefährliche Tiere gibt es im Kämpfelbach nicht, aber dafür immer wieder Gegenstände, die in einem Gewässer eigentlich nichts zu suchen haben: Gegenstände aus Plastik und Glas, die entweder bei starken Regenfällen in den Bach gespült oder bewusst dort entsorgt wurden. Am Ende haben die Kinder einen ganzen Bottich voller Müll gesammelt. Denn auch darum geht es Faaß und seinen Kollegen: Sie wollen die Kinder dafür sensibilisieren, ihren Müll korrekt zu entsorgen und ihn nicht achtlos in die Natur zu werfen. Auch Bambus und Sommerflieder haben an einem Bach nichts zu suchen, weil es sich um invasive Neophyten handelt. Dennoch entdecken die Kinder beides auf ihrer Wanderung. Im Wasser finden sie unter anderem Bachflohkrebse, Schneckenegel, Köcher- und Eintagsfliegen-Larven, die sie in kleinen Gläsern und mit Lupen betrachten. Mit Hilfe von Tafeln bestimmen sie die Arten und die Wasserqualität: Güteklasse zwei. „Da kann man zufrieden sein“, sagt Faaß: „Das ist für so einen Bach normal.“

 

Um die Organisation der Bachwanderung und um die anschließende Bewirtung kümmert sich die Liste Mensch und Umwelt (MuM), die schon öfter mit den Bachpaten zusammengearbeitet hat. Am Ferienprogramm nimmt MuM seit mehr als zehn Jahren teil, immer mit einem Fokus auf Umweltthemen. Der Nachmittag mit den Bachpaten ist einer der ersten Programmpunkte beim diesjährigen Kämpfelbacher Ferienprogramm. Insgesamt gibt es bis Mitte September knapp 50. Trotz Corona hätten sich viele bereiterklärt, etwas anzubieten, sagt Tanja Leonhard, die sich zusammen mit Sybille Steinbrecher, Nina Zettelmayer und sieben weiteren engagierten Müttern ehrenamtlich um die Organisation des Programms kümmert. Fast 500 Kinder im Alter von fünf bis 14 Jahren hätten sich angemeldet. „Das ist so viel, dass wir manche Veranstaltungen doppelt anbieten könnten.“ Leonhard und ihre Kolleginnen legen großen Wert darauf, dass für alle etwas dabei ist, dass es sowohl sportliche als auch kreative Angebote gibt. „Ich bin sehr stolz, dass wir so ein tolles ehrenamtliches Team haben, das das gesamte Programm organisiert“, sagt Kämpfelbachs Bürgermeister Udo Kleiner: „Das ist aller Ehren wert und wirklich einzigartig.“ Deswegen seien Verwaltung und Gemeinderat auch gern bereit, das Programm finanziell zu unterstützen – neben anderen Sponsoren wie regionalen Banken.

alle Fotos: Nico Roller

Lesen Sie auch den Beitrag "Bachpaten- Auf Entdeckungstour im Bach" im Mitteilungsblatt Königsbach Stein Nr. 34, 26. August 2021
(►hier)

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