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Info zur Grundelproblematik


Schwarzmaulgrundel 
Foto: © Andreas Hartl

Schwarzmeergrundeln gefährden unsere Fische!

Massenhaftes Auftreten

Fast jeder Angler bei uns hat schon mit Grundeln zu tun gehabt und sich über die aggressiv beißenden, in großen Mengen vorkommenden Kleinfische geärgert. Aber nicht nur, weil die Grundeln manchmal das Angeln auf andere Fischarten fast unmöglich machen, stellen sie ein Problem dar. Viel gravierender ist, dass sie durch ihr massenhaftes Auftreten, ihre räuberische Lebensweise und dem daraus resultierenden hohen Fraßdruck unsere heimischen Fischarten gefährden.

Grundeln ursprünglich nicht im Rhein

Grundeln (lat. Gobiidae) sind am Gewässergrund lebende Kleinfische. Ursprünglich kamen sie im Rhein nicht vor. Sie sind sogenannte Neozoen, also Tiere, die sich ohne oder mit menschlicher Einflussnahme in einem Gebiet etabliert haben, in dem sie zuvor nicht heimisch waren. Sie stammen aus den Küstenregionen und Flussmündungen des Kaspischen Meeres und des Schwarzen Meeres (Deshalb auch oft Schwarzmeergrundel genannt). Man geht davon aus, dass sie von dort aus die Donau aufwärts besiedelten und mit dem Ballastwasser von Frachtschiffen über den Main-Donau-Kanal und den Main schließlich bis in den Rhein gelangten. Die ersten Grundeln wurden im Rhein im letzten Jahrzehnt beobachtet. Mittlerweile haben sie sich in die großen Nebenflüsse ausgebreitet und sind seit etwa 2011 im Schweizer Rhein zu finden.

Mehrere Arten

Die im Rhein und seinen Nebenflüssen beobachteten Grundeln gliedern sich in mehrere Arten. Wegen ihres massenhaften Auftretens sind besonders die Kesslergrundel (Ponticola kessler) und die Schwarzmaulgrundel (Neogobius melanostomus) zu nennen, Weitere Arten, die aber aus fischereilicher Sicht keine so große Rolle spielen, sind die Marmor- oder Nasengrundel (Proterorhinus semilunaris), die Flussgrundel (Neogobius fluviatilis) und die Nackthalsgrundel (Babka gymnotrachelus).

Grundeln erkennt man an zu einer rundlichen Saugscheibe verwachsenen Bauchflossen (s. Abbildung). So sind sie sehr leicht von der ähnlich aussehenden Koppe zu unterscheiden.

Grundeln haben keine Schonzeit

Grundeln haben bei uns weder Schonzeit noch Schonmaß. Sie dürfen nach dem Fang nicht zurückgesetzt werden. So schreibt § 2 der baden-württembergischen Landesfischereiverornung vor:

§ 2 (LFischVO ) Anlandepflicht
Gefangene Fische nicht einheimischer Arten, für die weder ein Schonmaß noch eine Schonzeit festgesetzt sind, müssen angelandet und dürfen nicht in das Gewässer zurückversetzt werden.

 

Übrigens: Die Grundeln sind essbar und durchaus wohlschmeckend!
(siehe Video unten).

 

Im Folgenden sind einige weiterführende Links aufgelistet:


Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) und andere:
STOP! Schwarzmeergrundeln gefährden die heimische Fischwelt (hier)


WIKIPEDIA:
Schwarzmundgrundel (hier)


Fisch und Fang:
Schwarzmeergrundel im Niederrhein offenbar rückläufig (hier)


WELT:
Grundel-Invasion im Rhein ist außer Kontrolle (hier)

Video


Bayerischer Rundfunk:
Schwarzmeergrundeln - eine neue Delikatesse aus der Donau? (hier)

kg, 09.07.2018

 

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Stichling - Fisch des Jahres 2018

Dreistachliger Stichling

Der dreistachlige Stichling wurde vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) zusammen mit dem Deutschen Angelfischerverband (DAFV) und dem Verband der Sporttaucher (VDSt) zum Fisch des Jahres 2018 gekürt.

Das BfN schreibt in einer Pressemitteilung:

Sein Vorkommen erstreckt sich über Nord- und Mitteleuropa auf nahezu alle Süßwasserbiotope und die küstennahen Brack- und Meerwassergebiete. In Deutschland ist die Art fast flächendeckend verbreitet und besiedelt sowohl stehende als auch fließende Gewässer. Sogar in Entwässerungsgräben der stark veränderten Kulturlandschaft, in denen kaum eine andere Fischart überleben kann, ist er zu finden. Stichlinge ernähren sich von Kleintieren wie Krebsen und Insektenlarven und sind auch als Laichräuber bekannt. Sie selbst wie auch ihre Gelege sind Nahrung von Raubfischen, Vögeln und Fischottern. Die komplexe Kette der Instinkthandlungen während des Laichvorgangs, das prächtige Hochzeitskleid des Männchens und die Brutpflege haben die Aufmerksamkeit vieler Verhaltensbiologen auf sich gezogen.

Wer einen Stichling schon einmal in die Hände genommen hat, spürt sofort, woher er seinen Namen hat. Die Flossenstrahlen der Rückenflosse sind zu drei Stacheln zusammengewachsen, die er bei Bedrohung aufrichten und so mögliche Feinde abwehren kann. Seine Wehrhaftigkeit sowie seine hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche aquatische Lebensräume machen ihn zu einer sehr konkurrenzstarken Fischart. Dies kann für die Ökologie eines Gewässers weitreichende Folgen haben, was am Beispiel der Massenentwicklung des Stichlings im Bodensee verdeutlicht wird. Die genauen Gründe für die dortige Entwicklung sind wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt.

Die Biologie des Dreistachligen Stichlings ist faszinierend für Wissenschaftler und Laien gleichermaßen und gibt Einblick in interessante ökologische und verhaltensbiologische Zusammenhänge. Diese insbesondere zur Laichzeit wunderschöne Fischart ist ein Beispiel für die vielen Arten, die unsere biologische Vielfalt ausmachen. Deshalb ist es immer wieder lohnend, den Blick auch auf einzelne Arten und ihre Besonderheiten zu lenken und damit für den Schutz der Natur zu werben.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesamtes für Naturschutz, 22.02.2018 (hier)
 

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